MADONNE DEL LATTE nella cripta della chiesa di San Luca – Maranola

04023, Via Monte S. Luca, 04028 Formia LT, Italia
2641
accessibilità : luogo pubblico

Die Krypta von San Luca ist ein einzigartiger Ort, der nicht weniger als sechs „Madonnen der Milch“ enthält. „Bei der Madonna del Latte“ handelt es sich um einen Kult, der zwischen 1300 und 1400 ziemlich verbreitet war. Schwangere Frauen baten um Schutz, um  eventuellen  Unzulänglichkeiten vorzubeugen, die vielleicht während einer Entbindung auftreten konnten. Wie zum Beispiel: eine Fehlgeburt, die  Wochenbettzeit sowie das Fehlen oder der Mangel an Muttermilch fűr das Neugeborene.  Die Entdeckung dieser Krypta erfolgte zufällig, am 28. Juni 1997, während der Umbauarbeiten des  alten Kirchenbodens  in San Luca in Maranola. Es wurde ein unterirdischer Raum gefunden, der komplett mit Schutt gefüllt war, der von Freiwilligen und Mitgliedern des Komitees von San Luca entfernt wurde. Unter ihnen finden wir auch den Freund Gerardo De Meo, der sich stets  fűr die  künstlerische Aufwertung des Hűgellands  von Formia beműhte.

Zwei Fotos geben uns eine Vorstellung davon, wie viel Material aus einem solchen gehüteten Schatz, der durch menschliche Ereignisse über viele Jahrhunderte der Geschichte verborgen war, herausgeholt werden musste.

Die Entleerung führte zur Entdeckung eines Raumes in Form eines griechischen Kreuzes mit einer unglaublichen Anzahl von Fresken. Die Krypta hat Verlängerungen von jeweils fast sieben Metern Länge, einen Schlitz als einzige Lichtquelle und einen rustikalen Brunnen mit einem Muster auf dem oberen Teil, aber auch einen Brunnen, der das  „Heilige Wasser“ enthalten haben muss.  Wasser, das reinigt, das erneuert, das die Hoffnung auf Erlösung ist“.

In diesem Post werden wir nur von sechs “Madonnen der Milch” sprechen, die in dieser Krypta in außergewöhnlicher Schönheit und künstlerischer Vielsichtigkeit freskiert sind.

Vier von ihnen thronen, aber nicht die beiden anderen, die  in diesem Zusammenhang : “Madonnen der Demut” genannt werden.

Aus einer Studie von Gerardo De Meo geht hervor, dass die “Madonnen der Milch” dieser Krypta dem XIV. bis XV. Jahrhundert zuzuordnen sind und, wie schon gesagt, fast alle sitzen in einem Thron.

In der Umgebung wurden in mehreren Städten (Gaeta, Minturno, Fondi sulla Rocca und Ausonia) “Madonnen der Milch” gefunden, aber nie in einer so großen Anzahl wie in Maranola, das insgesamt acht in seinen Kirchen hat, plus eine außerhalb der Mauern, die “Madonna SS delle Grazie” (Heiligen Jungfrau) auf der westlichen Seite, die in einer privaten Kapelle aufbewahrt wird.

Insgesamt neun “Milchmadonnen” in einem nicht übermäßig bevölkerten Gebiet.

Daraus lässt sich ableiten, dass das gesamte Gebiet und insbesondere die Krypta ein „Ort der Verehrung Maria Lactans“ war, was auch durch die Anwesenheit der Quelle begründet ist.

Die Anwesenheit  der “Jungfrauenmuttermilch” und Wasser lässt vermuten, dass dies ein Wallfahrtsort für schwangere Frauen gewesen sein muss, die eine gesunde Mutterschaft anstrebten, und für Mütter, die um die Gesundheit ihrer ungeborenen Kinder besorgt waren.

Raffaele Capolino

Die Pfarrkirche Sankt  Lukas, Evangelist von Maranola, ist ein Gebäude innerhalb des Ortskern, im oberen Teil, in unmittelbarer Nähe des Turms Caetani. Es gibt es keine Informationen über das genaue Baudatum, aber Gelehrte datieren den Ursprung der Kirche in das dreizehnte Jahrhundert. Das Bauwerk besteht aus einem einzigen großen Hauptschiff, das in drei Kreuzgewölbe unterteilt ist, mit Seitenaltären, Taufbecken, Querschiff und Apsis. Rechts vom Eingang befindet sich die Kapelle, die dem Heiligen Leib Christi gewidmet ist; diese Kapelle ist neben den zahlreichen Stuck- und Freskenresten aus dem XIV. Jh. durch einen Barockaltar bereichert, der von einer großen, fein verzierten Tafel aus dem XVI. Jh. überragt wird, die der Schule von „Siciolante da Sermoneta“ zugeschrieben wird; während der Osterfeiern wird sie von den Gläubigen besonders für die Darstellung des „Toten Christus“ genutzt.

In der Achse dieser Kapelle und seitlich des Kirchenschiffs befindet sich eine mittelalterliche Sakristei , in der ein Fresko „Die Madonna mit Granatapfel“ zu sehen ist. Sicher ein Wunsch der Űppigkeit. Rechts vom Hochaltar befindet sich der Glockenturm, ebenfalls aus dem 13. Jahrhundert, den man vom Chor aus erreichen kann; die Wandstruktur des Glockenturms hat einflüglige Fenster, die äußere Dekoration besteht aus glasierten Keramikscheiben. Entlang des Kirchenschiffs befinden sich zahlreiche und wertvolle Fresken, die Teil eines einzigen ursprünglichen Zyklus von Wandmalereien sind, den es heute teilweise nicht mehr gibt. Im hohen Teil der Kirche erhebt sich der große Altar aus polychromem Marmor im Barockstil; dahinter befindet sich der hölzerne Chor aus dem XVIII Jahrhundert. Auf der linken Seite des Kircheneingangs, im Einklang  mit der Kapelle des Heiligen Leibes Christi, steht das Taufbecken aus einem gemeiβelten Stein.

Besonders erwähnenswert ist die Krypta aus dem vierzehnten Jahrhundert, die sich unter dem Hochaltar und unter dem Chor befindet, mit Zugang von der linken Seite des Querschiffs; sie ist vollständig mit Fresken bemalt und wurde am 28. Juni 1997 bei der Restaurierung des alten Fußbodens entdeckt.

Es handelt sich wirklich um einen sehr besonderen Ort, der reich an verschiedenen Bilderzyklen ist. Ein Bild stellt  sechs  “Madonnen der Mich (Madonne del Latte)  dar ( einzig in seiner Art).  Ein anderes bezieht sich auf  die Darstellung einiger Episoden aus dem Leben Christi, ein anderes wiederum besteht aus  Aufschichtungen von vier Freskenlagen im Bereich der Apsis.  Den evangelischen Szenarien und den  “Madonne del latte” sind viele Heiligenfiguren beigefűgt, die sich auf die lokale, momentane Verehrung der Heiligen  in der damaligen  Zeit beziehen.

Die Kirche San Luca Evangelista öffnet und schließt sich mit der Friedenstür, einem Bronzekunstwerk mit zwei Türen des Bildhauers Gerardo De Meo aus Maranola aus dem Jahr 1989.

Eine letzte Erwähnung verdient das Pfarrhaus, mit einem separaten äußeren Seiteneingang von der öffentlichen Straße und einem inneren Zugang von der Sakristei. Es handelt sich um ein Gebäude, das Ende des Jahres 1800 vom Erzpriester pro tempore gewünscht und ex novo gebaut wurde. Neben der Pfarrwohnung  beherbergt dieses Gebäude  verschiedene Büros, darunter auch das  historisches Pfarrarchiv.

Giovanni D’Onorio de Meo 

Was die Stadt Maranola betrifft, so stammen die ersten schriftlichen Quellen aus dem Mittelalter, obwohl sie wahrscheinlich schon in prähistorischer Zeit eine Siedlung war, was durch das Vorhandensein von pelasgischen Mauern bezeugt wird. Die Geburt des mittelalterlichen Ortskern von Maranola ist historisch zwischen der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts und den ersten Jahrzehnten des 11. Jahrhunderts festzusetzen. Die ältesten Quellen stammen aus der Mitte des X. Jahrhunderts und stammen aus dem Codex Diplomaticus Cajetanus. Maranola wurde im 10. Jahrhundert als Ortschaft “Maranula” und “Marana” erwähnt. In einer Urkunde aus dem Jahr 950 wird die Schenkung der Herzöge von Gaeta an den Herzog Marino beschrieben. Es handelte sich um   Staatsländereien aus direktem Bezugsbereich, die  in den Ortschaften Maranula und Marana lagen. Die nächste Quelle führt uns chronologisch zu einer Urkunde aus dem Jahre 1029, in der Maria genannt  „Fondana“ und ihr Bruder Johannes als Bewohner des „Castrum Maranulae“ genannt wurden.  Im ersten Dokument ist  die Ortsbezeichnung Maranula eindeutig ein Ort,  im zweiten Dokument hingegen finden wir   das erste Zeugnis eines befestigten Zentrums (castrum). Sein Gebiet  war weitläufig, grenzte an die Via Appia bishin zur Grenze  nach Spigno und Scauri, und schloβ den Hügel von Gianola ein.  Dieses weite Gebiet zwischen dem sűdlichem Latium  und Kampanien hatte eine sehr hohe Anzahl an  Heiligtűmern. Dies laut einigen lateinischen Schriftstellern;  diese Tatsache wurde aber auch durch zahlreiche archäologische Funde bestätigt.  Diese Heiligtűmer befanden sich in Wäldern und in groβer Anzahl auch in Karsthőhlen entlang der tyrrhenischen Küste sowie auf den Inseln Ponza und Ventotene.

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