Stadt der Aurunker. Die Urahnen fabelten, sie sei der Sitz der Laistrygonen aus der Odyssee von Antifata und Lamo gewesen. Schauplatz vieler Reiseerlebnisse der Argonauten und Ȁneas , dessen Amme in einem Grabhügels begraben wurde. Hier schlieβt der Golf von Gaeta ab (im Altertum Teil von Formia) und man nimmt an, dass Formia durch diesen Umstand seinen Namen erhalten hat. All dies hat keine Begrűndung, genauso wie die pseudeowissenschaftliche Annahme von Strabone einer spartanischen Grűndung. Die italische Stadt wird 338 v. Chr. in der Geschichte erwähnt, als sie während des lateinischen Krieges gemeinsam mit der Stadt Fondi die “civitas sine suffragio” (ohne Stimmrecht) hatte. Im Jahre 188 v.Chr. erhielt Formia, auf Vorschlag des Volkstribunts Gaio Valerio Tappone, die rőmische Staatsbűrgerschaft und wurde dem Stamm Emilia zugeschrieben. Unter Hadrian wurde die Stadt Formia zu einer Kolonie, weil sie den Namen Colonia Aelia Hadriana Augusta Formiae annahm.
Im gesamten Altertum gehőrte Caieta zum Gebiet von Formia.
Formias Lage und sein Golf wurden schon zu Zeiten der Republik zum bevorzugten Sommeraufenthalt der Rőmer, und zwar aus verschiedenen Grűnden : die Annehmlichkeit des Ortes, das milde Klima und ferner ist es hier, wo die Via Appia das Meer säumt. Hier wurden űppige Villen gebaut und grandiose Ruinen zeugen noch heute davon. Auβer dem Grab (gut erhalten auf dem Felsvorsprung von “Caietta”) und den Űberresten der Villa von L. Munazio Planco, General von Cäsar (siehe Gaeta) gibt es ein rundes Mausoleum genannt “Atratina”, das Grab von Sempronio Atratino und Villenruinen von Gaeta bis zum Gebiet von Minturno. Nenneswert sind auch die Űberreste in der modernen Villa von Rubino (vormals Caposele), die der Villa von Cicero zugeschrieben werden. Es erinnert an ein Amphitheater.
Mit der Dekadenz Roms zerfiel auch Formia. Formia wurde zu einem ärmlichen Dorf und Ende des IX Jh. durch die Sarazenen vőllig zerstőrt. Demzufolge wurde auch der Bischofssitz in der zweiten Hälfte des 8. Jh. von Formia nach Gaeta verlegt. Nach der Niederlage der Sarazenen am Garigliano (915) begann eine neue Epoche. Die alte Ortsbezeichnung verlor an Bedeutung und der Ort wurde im 10.Jh. Mola genannt, vielleicht aufgrund der Műhlen in der Nähe der Wasserläufe.
Im 14. Jh. errichtete Carlo II d’Angio aus strategischen Grűnden eine berűhmte Burg (Torre di Mola) und ähnlicherweise taten es auch die Caetani im hohen Teil der Stadt und so bekam Formia den Namen “Castellone”.
Dank der Aragonesen wurde “Torre di Mola” im 15. Jh. ein Lehen der Caetani, das sie bis 1805 behielten. Im Jahre 1861 hat sich dann wieder die alte Ortsbezeichnung durchgesetzt.
Bibl.: Corpus Inscr. Lat., X, p. 610; E. De Ruggiero, Diz. epigr., III, pagine 187-188; Weiss, in Pauly-Wissowa, Real-Encycl., VI, col. 2857 segg.; P. Gribaudi, I centri abitati del golfo di Gaeta, in Atti dell’XI Congresso geografico italiano, 1930. Per il mausoleo di Planco, v. G. Q. Giglioli, in Architettura e arti decorative, I (1922).
Die vorherrschende Theorie ist diejenige, dass der Name “Formia” vom Griechischen “Hormiai” abstammt. “Hormiai” bedeutet “ruhiger und sicherer Anlegeplatz” so behauptet es der Geschichtsschreiber und Geograph Strabone. Eine andere Hypothese ist diejenige, dass das Wort Formia vom lateinschen Wort “Formus” abstammt und warmer Ort bedeutet. Eine dritte Theorie ist diejenige, dass sich das Wort Formia auf unser Gebiet bezieht, und zwar “in Formis”, oft gebraucht um “in Formia” auszudrűcken.
Ich habe oft gelesen, dass die Wörter griechischen Ursprungs in “is” oder “iis” enden: Formis-Formiis
Der Ortsname “in Formis” wird oft mit Wasserläufen, auch Unterirdischen, die ins Meer münden, in Verbindung gebracht. Mit Sicherheit gab es früher sogar noch viel mehr Flüsse, Bäche und Rinnsale in unserem Gebiet. Von der “Fons Artacia” bis zu den Strömen Pontone und Rialto, waren sicher Flüsse mit beträchlicher Wassermenge aufgrund der naheliegenden Täler und Gebirgsketten wie z.B die Aurunci., zu verzeichnen.
Nennenswert sind die Quellen der S.Maria La Noce, die das Wasser für die Zisterne (Cisternone) lieferten, aber auch die Quelle Mazzocolo, Rio Frigidus (heute Rio Fresco), der Strom S.Croce, der die Gewässser von Capodacqua sammelt, sind zu erwähnen.
Einige Gegenden von Formia lassen vermuten, dass die Ortsbezeichnung sich auf alte Wasserläufe bezieht: Acqualonga, Acquatraversa, Ponteritto, Piscinola.
In Formia gibt es eine Straβe, die Via della Forma heiβt, wo ich in den 70er Jahren gewohnt habe. Diese Straβe befindet sich in der Nähe der Quelle Mazzoccolo. Die Wőrter “Forma” und “Formali”, hatten im Lateinischen die Bedeutung von “Entwässerungskanälen”
Einige Basiliken oder römische Städte, wurden “in Formis” gerade wegen der Anwesenheit von Quellen genannt.
Einige Basiliken oder rőmische Städte wurden “in Formis” genannt, weil sie Quellen hatten. Ferner sollte man unterstreichen, dass das lateinische Wort “Forma” auch die Bedeutung hat “eine geordnete Gestalt in allen Teilen”. Davon stammen die heutige Wőrter: Mappe, Landkarte, Zeichnung, Druck ab. In mittelalterliche Texten finden wir Bezeichnung wie “ad formam” – “ad formas”-“in formis”- “Forma urbis”.
Auch Frontino erzählt von “formae rivorum” und bezog sich auf gebaute Kanäle und den Missbrauch der Bauern, das Aquädukt anzuzapfen und das Wasser durch, die wie im Mittelalter genannten, “formae” oder “formali” zu leiten.
Abschlieβend mőchte ich noch erwähnen, dass das oben genannte mich dazu verleitet hat, anzunehmen, dass die Ortsbezeichnung “Formia”, nicht nur “Anlegeplatz und “warm” bedeutet, sondern auch als dritte Theorie ein Gebiet mit einem groβen Anteil von “formae und formali” Wasserläufen beinhaltet.
“Es scheint, dass das erste Mitglied der Familie, das Cicero genannt wurde, eine wichtige Person war; aus diesem Grund lehnten seine Nachkommen die Bezeichnung nicht ab, sondern behielten sie mit allem Respekt, ohne sich darum zu kümmern, wer sie verspottete (und das waren viele).
Im Lateinischen bedeutet „cicer“ nämlich Kichererbse: Jener Vorfahre scheint auf der Nasenspitze eine fleischige, in der Mitte offene Wucherung wie eine Kichererbse gehabt zu haben, daher dieser Spitzname . Als unser Cicero, der Gegenstand dieses Artikels ist, zu Beginn seiner Laufbahn sein erstes Amt anstrebte, rieten ihm seine Freunde, die Bezeichnung abzulehnen und sie in eine andere umzuwandeln; aber er erwiderte mit dem Übermut der Jugend, dass er kämpfen würde, um zu beweisen, dass der Name Cicero mehr wert sein könnte als die „Scauri“ oder „Catuli“.
Während seines Polizeipräsidiums auf Sizilien weihte er also den Göttern einen silbernen Gegenstand, auf dem er seine beiden Vornamen, Marcus und Tullius, einritzen ließ; statt des dritten Namens befahl er dem Künstler jedoch scherzhaft, eine Kichererbse darzustellen. Dies ist das, was über den Namen überliefert ist. “
Was oben geschrieben steht, wird genau von Plutarch (45 – 120 d C.) berichtet, der ein Jahrhundert nach Ciceros Tod geboren wurde. Daher war sich Cicero sicher, dass er mit seiner Kultur und seinen Fähigkeiten berühmter werden würde als die Adelsfamilie (Gens) „Scaurus“ und die Adelsfamilie (Gens) „Catulus“.
Aber wer waren die von Plutarch erwähnten “Scaurus und Catuli”?
Wer, wie Cicero, seine Ferien gerne in Formia verbrachte, kam nicht umhin, diese beiden Adelsfamilien kennenzulernen, die sich oft mit Verwandten rühmten, weil sie unter anderem in der republikanischen Zeit das Konsulat erreichten.
Die Gens “Scauro” war eine adlige und reiche Militärfamilie, deren berühmtester Vertreter Marcus Aemilius Scaurus war, der in Pompeji begraben ist. Die Gens “Catulo” war im Gebiet von Formia gut bekannt, so sehr, dass Cicero in einem seiner Briefe von seinem Nachbarn in Formia “Sebosio“, dem Freund des Catulo” spricht.
Es ist kein Zufall, dass in unserem Archeologischen Museum zwei Grabsteine aufbewahrt werden, die etwas gemeinsam haben. Sie sind Gaio Cesio Catulo und einem eingravierten Hund gewidmet, weil der Spitzname “Catulo” Hündchen bedeutet. Einer der seltenten Fälle eines Grabdenkmals mit Namensbild, wie es der Inschriftenforscher Lidio Gasperini in seinem Artikel im “Formianum VI” 1998, Seite 53 definiert hat. Die Herkunft aus Formia von Marcus Tullius Cicero wird also auch durch diese Vergleiche und zahlreichen Freundschaften gestützt, die zwangsläufig aus beruflichen Gründen entstanden sind (Pro-Aemilius Scaurus-Rede in einem Prozess wegen Bestechung). Als Cicerone, um das Jahr ’70 v. Chr. die Villa in Formia erwarb,,wusste er, dass er wichtige Leute hätte kennenlernen kőnnen und vielleicht auch Pompeo Magno (106-48 v. Chr.), der von vielen Gelehrten auch als ein wichtiger Immobilienbesitzer der Gegend betrachtet wurde.. Auch Scipione l’Africano hatte wahrscheinlich Beziehungen zu Pompeo Magno, so laut Tito Livio und Gesualdo, aber auch Lucio Afranio, der 60 v. Chr. zusammen mit Pompeo Konsul war. In Formia hatte er Lucius Munazio Planco kennengelernt, den er in einem Prozess wegen Korruption verteidigte. Sowie Lucius Calpurnio Bestia , den er sechsmal verteidigte, weil auch er wegen Wahlbetrugs angeklagt war. Letzterer war der Adoptivvater von Lucius Sempronius Atratinus (eben jener vom Mausoleum Atratinus), der politisch mit Caesar verbunden war, er denunzierte gemeinsam mit Publio Clodio Marcus Celius Rufus. Marcus Celius Rufus war ein guter Freund und Schűler Ciceros und besaβ auch eine Villa in Formia, er wurde von Cicerone in seiner Rede “Pro-Caelius” hervorragend verteidigt. Sogar die Rede “Pro-Murena” wurde von Cicero geschrieben, um diese Figur aus Formia zu verteidigen, der sein Freund war und wegen Wahlbetrugs beschuldigt wurde. Er wurde dann später Schwager von Maecenas, der seine Schwester durch Adoption heiratete: Terenzia, auch Terentilla genannt. Cicero schrieb auch an Atticus, dass sein Haus in Formia zu einem “Tribunal” mit einer langen Reihe von Klienten und mächtigen römischen Persönlichkeiten geworden war, die darum baten, empfangen zu werden.
” Basilicam habeo, non villam, frequentia Formianorum….. “, so schrieb er an seinen Freund.
Cicerone wusste damals, dass Formia von den mächtigsten Männern Roms aufgesucht wurde. Sogar Homer schrieb Verse, um Episoden zu erzählen, die Odysseus erlebt hatte. Ferner benutzte
Virgil, Zeitgenosse von Cicero, Formia als Zwischenstation fűr Ȁneas Reise.
Im Jahr 49 v. Chr., während des Bürgerkriegs zwischen Caesar und Pompeius, hielt sich Cicerone mehrere Monate in Formia auf, wo ihn Caesar besuchte.
Ein anderes wichtiges Ereignis ist der Besuch von Caesar “Dux” 45. v. Chr. immer im Ciceros Wohnsitz in Formia, so laut Atticus und Erasmus Gesualdo.
Als Cicero im Jahr ’43 in der Villa von Tusculum von seinem Todesurteil erfuhr, dachte er daran, sich in seine Villa in Formia zurückzuziehen. Das Todesurteil ansich wurde vom Triumvirat auf einer Flussinsel bei Bologna beschlossen, deshalb wollte Cicero von Formia aus über das Meer nach Griechenland aufbrechen, aber er hatte Pech. In jenen frühen Dezembertagen verhinderte ein aus Osten kommender Wind, den man heute “Grecale” nennt und der damals wie heute zwei/drei Tage anhielt, die Abfahrt, die auch durch die quadratischen lateinischen Segel jener Zeit erschwert wurde.
In einem Brief an Atticus, geschriebenen am 19. Mai 49 v. Chr., schrieb Cicerone:
“Formia nunc sequimur, eadem nos fortasse furiae persequentur”.
“Jetzt gehe ich nach Formia, vielleicht folgen mir dort dieselben rächenden Furien (er bezog sich auf Caesar und seine Soldaten).”
Bei dieser Gelegenheit, wie auch im Jahr ’43, hatte Cicerone vielleicht gewünscht,, dass, er die letzten Momente seines Lebens in Formia verbringen wűrde.
Die Vorfahren der Freunde von Arpino haben die Geburt dieses großen Redners miterlebt und unsere Ahnen haben ihn in unserem Landzug leben und sterben sehen, Ferner gibt es nicht nur ein, sondern zwei Gräber im Zusammenhang mit der Familie, die sich auf “Marco Tullio Cicerone” beziehen.
Die größten Gelehrten von Marco Vitruvio Pollione und seinem Werk «De Architettura»: Ettore País, GQ Giglioli, Quirico Viviani, Vincenzo Tuzzi, Marchese Poleni, Barbaro, Architekt Luigi Canina, Filandro, der Balbo, Tiraboschi, Signorelli und vor allem Berardo Galiani behaupten alle, dass M. Vitruvio Pollione zu den «gens Vitruvia» gehörte, die ursprünglich aus Formia stammten. Viele Informationen stammen aus seinem einzigen literarischen Werk, das im fortgeschrittenen Alter geschrieben wurde und Augustus gewidmet ist. Ihre größte Beschützerin war Octavia Maggiore, Tochter des Gaius Octavius und der Ancaria, damals Halbschwester des Augustus’ und mit Sestus Appuleius verheiratet.
Im Vorwort zu seinem Werk sagt Vitruvius:
“Ich habe mich bereits zusammen mit M. Aurelius, P. Numidius und Cnaeus Cornelius, um die Aufstellung von Ballisten, Skorpionen und anderen Kriegsmaschinen sowie um deren Wartung gekümmert…”
Diese drei Persönlichkeiten, Freunde von Vitruv, wurden von Galiani, dem größten Gelehrten des Lebens von Vitruv, seinen Mitbürgern und dann von den Formianern festgelegt.
Ein Vergleich dieser Namen auf möglichen lokalen Inschriften bzw. antiken Schriften, könnte bereits entscheidend für die endgültige Gewissheit seiner Geburt in unserer Stadt sein.
Numidius, das heißt Publius Numisius ist der Architekt, der das römische Amphitheater von Herculaneum entworfen hat, von dem man annimmt, dass es dem römischen Theater von Formia sehr ähnelte. Vergessen wir nicht, dass die größte Anzahl von Inschriften, die sich auf die “Gens Vitruvia” beziehen, in Formia gefunden wurden und viele davon noch in der Villa Rubino zu sehen sind.
Bei meiner kürzlichen Lektüre der vitruvianischen Werke sind mir einige Hinweise auf Orte aufgefallen, die bei uns in Nähe sind und die Vitruv daher selbst gut kannte. Vitruv spricht von den Pontinischen Sümpfen, vom Wasser der Neptunquelle in Terracina (das vergraben wurde, weil sie giftig war) und von der „Puzzolana“ von Baia. Wenn er von idealen Hafenanlagen erzählt, beschreibt er eine Kluft, die genau mit unserem Sinus Formianus übereinstimmt. Aber der interessanteste Punkt ist, wenn er im zweiten Buch die Baumeister Varro und Murena erwähnt, die uns Formianern sowohl aus lokalen Epigraphen als auch aus Erzählungen lateinischer Historiker bekannt sind.
Varro war “Curatore Acquarum” und Murena war Amtsrichter in Formia. Sie hatten das gleiche Alter wie Vitruv und waren so Mitbürger. Vitruv erwähnt Cicero, den er in Formia kennenlernte.
Man könnte fast sagen, dass Vitruv in seiner Abhandlung fast seine Geburtsurkunde einfügen wollte. Sehr interessant ist, wenn sie sagen, dass sie mit einem gewissen C. Julius, Sohn von Maximissa, erster Numidenkönig zusammengewohnt hat. In Wirklichkeit sind die historischen Fakten wie folgt : Im Bürgerkrieg zwischen Caesar und Pompeius, stellte sich Giuba I, ein Neffe von Maximissa, auf die Seite von Pompeius. Er wurde in Tapso von Caesar besiegt und begann Selbstmord . Sein Sohn Giuba II (Urenkel der Maximissa) wurde nach Rom gebracht und er wuchs in der Familie von Oktavian auf. Vitruv kannte Giuba II sicher, dank Augustus’ Schwester , der er sehr nahe stand. Dieser junge Numidier erhielt den Namen C. Julius und auf Auftrag von Augustus wurde ihm Kleopatra, Tochter des Marcus Antonius und der Königin von Ägypten Kleopatra, zur Frau gegeben. Giuba II, der an der Schlacht von Anzio mit Oktavian teilnam, wurde daher erlaubt, als König nach Numidia züruckzukehren. Numidien ist die tunesische Region, wo Khartago und Thibilis (einst Announa di Numidia) liegen, wo es heute noch einen Triumphbogen aus der Zeit von Vitruv gibt, der von Marco Vitruv Mamurra entworfen, gebaut und unterzeichnet wurde.
Vermutlich war es die Freundschaft zwischen Vitruv und Giuba II , die die Auswanderung seiner Nachkommen in diese römische Provinz förderte, wo es Epigraphen mit dem Namen Vitruv gibt. Dieser Fund, wie Giulio Giglioli sagte, lieβ erkennen, dass es zwischen Vitruv und Mamurra eine Abstammung geben muss. Aber sie waren sicherlich nicht die gleiche Person, wie einige Gelehrten annehmen.
Sie waren von unterschiedlichem Charakter. Einer war exzentrisch, extrovertiert und reich. Der andere, Vitruv, war bescheiden, introvertiert und arm.
Die Städte, mit denen wir um die Geburtsorte von Vitruv wetteifern, sind :
Für Fondi Vitruvio vacco, der im Jahr 327 v. Chr. einen Aufstand gegen Rom anführte.
Für Fano eine Basilika, von der derselbe Vitruvio sagt, er habe sie entworfen, sie wurde aber nie gefunden.
Für Verona Gavis Bogen von L. Vitruvio Cerdone unterzeichnet, der aber nichts mit M. Vitruvio Pollione zu tun hat.
In seinem Werk “De Architettura” behauptet Vitruv, dass jedes Bauwerk den Merkmalen der Solidität, Nützlichkeit und Schönheit unterliegen muss. Das begeistert Künstler wie Brunelleschi, Palladio, Bramante und Antonio da Sangallo Il Giovane. Im dritten Buch beobachtet Vitruv die menschliche Figur mit ihren Proportionen (der vitruvianische Mensch). Unzählige Renaissance-Künstler wie Leonardo da Vinci und Leon Battista Alberti waren vom vitruvianischen Menschen beeindruckt. Vitruv entwarf auch verschiedene Arten von Rohen, eine Uhr, eine hydraulische Orgel, und ein ausgeklügeltes Heizsystem für die Bäder. Er erfand auch einen Zähler für Karren, der auf dem Fall eines Steins nach einer bestimmten Anzahl von Rundungen basierte (im Grunde der Vorfahre unseres Tachometers).
Seinen Eltern erteilen Unterricht in den neuen Wissenschaften und Literatur, aber seine wahre Leidenschaft war die Matematik und die zivile und militärische Architektur. In vielen Texten wird sein Name wie folgt geschrieben:
Vitruvio,
Vitruvio,
M.L. Vitruvio,
Vitruvio.
Daher Marcus, Lucius, Marcus Lucius, Aulus. Manchmal wurde es Vitruvius oder Vetruvius geschrieben. Vitruv selbst schreibt mit äußerster Bescheidenheit:
“Ich, oder Kaiser, ich besitze kein natürliches Talent für eine groBe Statur, das Alter hat mich schwer gezeichnet und die prekäre Gesundheit hat mir die Kraft genommen. Ohne diese Hilfsmittel hoffe ich trotzdem Ihr Vertrauen sowie Ihr Wohlwollen für meine wissenschaftliche Abhandlung zu erlangen “.
Er bekam eine lebenslange Rente, die ihn aus einem Zustand der Armut befreite. Das ist die Geschichte eines großen Bürgers von Formia, um den uns viele beneiden.