CASTELLO DI MOLA

Via Abate Tosti, 21, 04023 Formia LT, Italia
3664
accessibilità : luogo pubblico

Das Wort „Fortilizio“ (Festung)  wird nicht zu Unrecht verwendet. Es ist definitiv der Begriff, der am besten zu dieser  Verteidungsstruktur passt. Wir haben es immer “Castello di Mola” oder einfach “Torre di Mola” genannt als die gesamte Baustruktur nur noch ein Trűmmerhaufen war.  Wenn wir das Ȁuβere des zylindrischen Turms mal ausschließen, kann das Ergebnis der Renovierung der Räume als zufriedenstellend angesehen werden.  Aus meinen Erinnerungen hatte ich ein stark durch den Krieg beschädigtes Gelände vor Augen.  Nie und nimmer hätte ich mir vorstellen können, dass man  all diese Räumlichkeiten rund um den Turm hätte bauen kőnnen:  Ein Dutzend Zimmer im Erdgeschoss und genauso viele im ersten Stock, Terrassen und eine Outdoorfläche von beträchtlichem Umfang. Die Geschichte der Mola-Burg  ist komplex insbesondere für den Wechsel zwischen Angioini, Aragonesen und Caetani. Carlo II d’Angiò, König von Neapel, hatte im Jahr 1289 die Idee und den Willen, einen kleinen Vorposten in Mola zu bauen, um Gaeta besser schűtzen  zu kőnnen. Der zylindrische Turm 27 Meter hoch, mit einem Außendurchmesser von 15 Metern und ursprűnglichen Basiswänden von über 2 Meter. Der Turm befand sich in der Mitte einer 200 Meter langen Befestigungsmauer mit steilabhängenden Mauern auf der Landseite  und zwar so schräg, wie die Wälle von Gaeta auf der Meerseite. Die Wällen waren sechseckig und nicht übermäßig hoch. Ferner gab es   zwei zweistöckige viereckige Türme im Sűdwesten, die heute nicht mehr sichtbar sind. Es gab  zwei Land- und Meerzugänge für den Ein-und Ausgang von Menschen und der Ein- und Entladung von Materialien. Im Erdgeschoss auf der Ostseite ist noch ein kleines Quadrat eines Waffenplatzes  mit klaren Spuren von einer Waffenküche an der Wand  sichtbar. In einer Ecke wurden die Überreste eines kleinen Friedhofs der Castellani gefunden. Das Erdgeschoss war vollständig für die Unterbringung von zwölf Soldaten, Pferdestallungen  und  Verwaltungsbűros vorgesehen. Der Turm  hatte bzw. hat  noch Räume  auf drei verschiedenen  Ebenen.  Das Erdgeschoss befand sich ein  provisorisches Gefängnis fűr Kőnige, die auf einen  Prozess warteten. Das  Obergeschoss war  mit dem Gefängnis durch eine interne Holztreppe verbunden und hier wurden die Prozesse abgehalten. Jetzt kann man das Gefängnis vom Erdgeschoss mit einer Auβentűr erreichen.  In naher Vergangenheit hätten  wir natűrlich eine flatternde Flagge,  zwei Bronzekanonen oder sogar zwei Entenflinten (groβe Gewehre) auf einem Dreifuβ auf der Turmspitze gesehen.  Der gesamte erste Stock war dem königlichen Burgherrn vorbehalten, der dort mit seiner Familie lebte. Am Eingang des Landtors, auf der linken Seite ist noch heute eine große Adelskapelle sichtbar. Die Adelskapelle diente fűr Gottesdienste und war  den Burgbewohnern vorbehalten. Sie war  dem Heiligen Erzengel Michael,  dem Beschützer der Burg, gewidmet. Im Jahr 1460 verlieh König Ferrante I. von Aragon (Nachfolger  der Familie Angioini 1435) Nicola Caetani die Herrschaft über die Burg von Mola. Er ernannte ihn zum Staatsrat und erwarb den Titel „Caetani di Castelmola“ mit Familienwappen (siehe Foto). Der Zuweisungsvertrag von 5/3/1460 erwähnt “ Nicolai Caytano”. Die Bewohner der Burg von Mola hatten  im Gegensatz zum umliegenden Gebiet administrative Autonomie, weil sie  von Gaeta abhingen. Sie hatten auch eine Zollkontrolle eingefűhrt, die bis 1800 dauerte. In den Anfangsjahren des  1800 wurde mit der Machtűbernahme  der Franzosen,  “Giuseppe”  Napoleon, König von Neapel (auch Joseph Bonaparte genannt) das Recht der Caetani außer Acht gelassen. Die Burg wurde im Jahr 1815 aufgegeben. Als die Franzosen gingen, restaurierte der letzte Erbe, der Graf von Castelmola Onorato Xll im Jahr 1880 sie wieder. Er hat das  wunderbare Marmorportal   im Renaissance-Stil aus dem 16. Jahrhundert hinzugefügt. Es wurde bei einer Auktion in Gaeta nach der Belagerung von 1861 gekauft. Eigentlich stammte es aus dem “Palazzo (Palast)  Guastaferri”,  Piazza Cavallo. Die Verteidigungsstruktur  wurde dann aufgegeben, weil sie im letzten Weltkrieg zerstört worden war. Sie war ein Trümmerhaufen geworden. Die Provinzbehőrde hat sie dann abgekauft, weil sie Privatbesitz geworden war. Sie hat dann die Burg restauriert, eingerichtet und  2012 spendete sie die Burg  der Stadt Formia. Die letzte Notiz ist archäologischer Natur, und zwar, dass die Burg  auf einem Teil  römischer Bäder erbaut wurde. Sehr gut erkennbar durch den transparenten Glasboden, der in vielen Räumen des Erdgeschosses verwendet wurde. Ferner,  kann man  sehr gut die  Teile des Calidariums /des Frigidariums  sowie  die Warmwasser- und Kaltwasserabflusskanäle erkennen.

 

 

 

 

Raffaele Capolino

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