CISTERNONE ROMANO

Via della Torre, 04023 Formia LT, Italia
6366
tipologia : Opere Maggiori
accessibilità : luogo pubblico

Die  römische  Zisterne (Il cisternone romano)

Typologie: Rőmerzeit/Hauptbauwerk

Barrierefreiheit: Öffentlicher Ort

Info und Reservierung unter 800 141 407 oder sinusformianus@gmail.com

 

Eine alte römische Stadtzisterne, die aller Wahrscheinlichkeit nach fűr mehr als einem Jahrhundert die größte der Welt war.

Wenn nicht Pasquale Mattei gewesen wäre, der 1860 als erster darüber gesprochen hätte und Zeugnisse von einigen Bürgern von Castellone gesammelt hätte, die in die Zisterne gestiegen sind,  würde ich diesen Beitrag höchstwahrscheinlich jetzt nicht schreiben kőnnen. Laut Pasquale Mattei war es in den 30er Jahren der Bűrgermeister  von Formia Felice Tonetti, der mehr als 10 Meter unter den Grundstein vieler Castellone-Gebäude ging, um die monumentale Zisterne zu mustern, die heute “Cisternone” heißt.

Nur wenige wissen, dass in den Jahren in denen diese beiden Ereignisse stattfanden, der  gesamte heutige Zwischenboden des Cisternone  von denselben Gebäuden, wie heute űberdeckt waren. Elf weitere (teilweise große) Gebäude wurden, aber durch die Bombenanschläge der  Alliierten zerstört.

Dies bedeutet, dass die Schwierigkeiten beim Eindringen und Erkunden der Zisterne zur Zeit von Mattei und Tonetti in einem Labyrinth von Gebäuden zweifellos höher waren, als während den Entleerungs- und Reinigungsarbeiten vor etwa fünfzehn Jahren.

So  wurden wir auf die ungewöhnliche Form des  unterirdischen Bauwerks aufmerksam, von dem wir in Formia denken, dass es sogar vielleicht von Marco Vitruvio Pollione  entworfen wurde, der damals als der beste Experte für hydraulische Einrichtungen galt.

Hier ihre Maβe :

1.200 m² – 7,5 m Höhe. – Kapazität MC 7.000 – längste Seite 64,90 m. – Maximale Breite 25 Meter. – 53 zentrale Säulen für drei Schiffe sowie weitere 36 Säulen, die an den Begrenzungswänden gelehnt sind. Sein Betrieb scheint mindestens bis Mitte des 19. Jahrhunderts gedauert zu haben, und wurde möglicherweise auch zur Versorgung der kleineren Zisterne aus der Bourbonenzeit auf der Piazza S. Teresa mit einer Fläche von etwa 250 m²  verwendet. Die Tatsache, dass diese Einrichtung unterirdisch  ist, ergibt sich aus einem technischen Grund. Die unterirdischen Zisternen sind offentlich besser geeignet, um den seitlichen Stößen einer großen Wassermasse standzuhalten,  die in unserem Fall 7.000 Kubikmeter entsprechen.

Diese Einrichtung wird oft mit zwei ähnlichen verglichen, und es wird gesagt, dass unsere Zisterne nach der von Yerbatan in Istanbul und des “Mirabile-Becken” von Bacoli in Miseno die älteste und die dritte der Welt sei. Der dimensionale und architektonische Vergleich mit der monumentalen Zisterne von Yerbatan aus dem 5. Jahrhundert  macht keinen Sinn, weil sie 600 Jahre später gebaut wurde.

 

Es ist ein Vergleich zwischen einer Struktur, die in einer kleinen Stadt erbaut wurde, und einer Struktur, die in der östlichen Hauptstadt eines Reiches errichtet wurde, das zu dieser Zeit den größten Teil der westlichen Welt beherrschte.

Andererseits ist der Vergleich mit dem Mirabile-Becken von Bacoli interessant, da es eine historische Verbindung aufweist, die den “Sinus Formianus” mit dem Golf von Miseno verbindet.

Das  Mirabile-Becken wurde im 1. Jahrhundert erbaut n.Chr., als die römische Flotte des Tyrrhenischen Meeres auf Entscheidung von Augustus in den frühen Jahren seines Reiches vom Sinus Formianus in das Gebiet von Miseno verlegt wurde.  Hauptziel war es, gute Anlegeplätze in den Seen von Averno und Lucrino zu sichern.

Diese Übertragung erfolgte schrittweise, dauerte fast ein Jahrhundert und endete auf tragische Weise für 200 Schiffe, die fast alle durch einen Seesturm zerstört wurden, als sie 62 n. Chr. während der Amtszeit von Nero von Formia nach Miseno zogen, so laut Tacitus und Strabone (siehe mein Post vom 14.10.15)

Der stufenweise Umzug war mit den auszuführenden Hafenarbeiten verbunden, dem Bau der unterirdischen Zisterne (später von unseren Zeitgenossen “Piscina Mirabile” genannt) und dem nicht einfachen Bau von 100 km Aquädukt. Der  teilweise im Freien, teilweise unterirdisch  verlief,  um das Wasser des Serino im Sannio aufzufangen und zur gebauten “Cisterna di Bacoli” zu befördern.

Diese Zisterne wurde praktisch mit fortschrittlicheren Systemen gebaut, jedoch immer nach dem Prototyp wie die aus Formia.

Hier ihre  Maße:

Höhe der kreuzförmigen Säulen 15 m – rechteckige Form 70 m lange Seite und kurze Seite 25 m – Kapazität MC 12.000

Die Umfangsmessungen entsprechen denen von Formia, jedoch mit einer größeren Höhe und einer einfacheren Ausführung, da es aus dem Tufstein ausgehőhlt wurde.

So ist unsere Zisterne, die fűr mehr als einem Jahrhundert die älteste der drei war,  eine der größten städtischen römischen Zisternen der Welt, wenn nicht die Größte.

Dieser historische Befund wird viele Menschen in Erstaunen versetzen, aber es ist wahr. Viele werden sich fragen, warum gerade in Formia solch ein immenses Bauwerk gebaut wurde. Offensichtlich wurde es verwendet, um Wasser an die zahlreichen Domus zu verteilen, die von reichen und edlen Römern gebaut wurden. Aber ich glaube, ihre wichtigste öffentliche Funktion war die Wasserversorgung der römischen Tyrrhenischen Flotte, die bis 62 n. Chr. im Sinus Formianus stationiert war, und es war notwendig, eine weitere mit fast identischer Größe in Bacoli zu bauen.

Die historische Verbindung die Formia mit Miseno verbindet, liegt in der Stationierung der römischen Flotte, die bis zur Zeit des Diokletian von Formia nach Miseno verlegt wurde.  Für die Rőmer  musste immer fűr eine stationierte  Flotte immer eine Zisterne vorhanden sein, und zwar eine mit einem großen Umfang, so wie es der “Cisternone” oder das  Mirabile-Becken waren.

 

Warum  die Römer eine derartige riesige Wasserstruktur in Formia bauten, bleibt ein Rätsel, das noch entdeckt werden muss.

Aus der Dicke des Zwischenbodens, des Grundbodens und der Umfangswände des Bauwerks geht hervor, dass man 20.000 Kubikmeter Material aus dem „ Arce di Castellone“ (58 Meter über dem Meeresspiegel) ausgehőhlt werden mussten, um  ein mindestens 15 Meter tiefes  Loch entstehen zu lassen.

Wo diese enorme Materialmasse später verlagert wurde, ist ebenfalls Teil des Rätsels.

 

Auf den abgebildeten Fotos sind die Arbeiten für den Bau des Eingangs zur römischen

 

Raffaele Capolino

 

CURIOSITA‘ dall’Autore

QUELLA VOLTA CHE IO E QUINTINO (il papà di Augusto Ciccolella) SCENDEMMO NEL CISTERNONE ROMANO DI CASTELLONE – continua lettura cliccando qui

 

 

Zisterne von Castellone erkennbar.

 

Ein Foto, das ich mit meinem Handy machen musste, weil es ein Wesensmerkmal des Cisternone ist, das selten fotografiert wurde. Leider  lässt die Qualität der Aufnahmen  zu wűnschen űbrig, weil sie nicht von einem professionellen Fotografen aufgenommen wurden.

Dieser „Bogen“ muss jedoch eine wichtige Funktion in dieser römischen Hydraulikstruktur gehabt haben.  Die ist in all ihren Bauteilen intakt geblieben  auch wenn keine Details vorhanden sind, die sie von ähnlichen Strukturen unterscheiden.

Zum Beispiel hat der „Cisternone“ keine „Opus siginium“–Verkleidung  an den Wänden und Säulen. Das “Opus siginium“ (cocciopesto) ist das typische, wasserdichte Abdichtungsmaterial jeder römischen Hydraulikstruktur.

Viele Besucher bemerken dieses fehlende Detail, das jedoch von den Bauherren sicherlich durch eine gute Qualität des hydraulischen Mörtels kompensiert wurde. Mit  dem wurden  die dicken Begrenzungswände und die mehr als achtzig Mittel- und Wandsäulen angehoben.

Zum Beispiel dachte man, dass  die „Wasserlast “ wohl  aus  einer Quelle ( S. Maria La Noce) entsprungen sei.  Leider ist die Kanalisation nicht gefunden worden, sie muss wohl im Laufe der öffentlichen und privaten Umbauten verloren gegangen sein, die den „Arce di Castellone“ (Erhőhung) in den zwei Jahrtausenden der Existenz dieser Zisterne betroffen haben. Die Zisterne liegt etwa 60 Meter über dem Meeresspiegel.

Zu der primäre Versorgungsquelle, kam sicher noch eine andere hinzu, und zwar das Regenwasser, das  durch die zahlreichen Löcher der Abdeckung hineinfloβ.  Man hat weder Wasserabflusslőcher , noch eine schiefe Ebene mit einem „Limaria“-Becken  gefunden, das unter anderem  für die Reinigung des riesigen, etwa 1.200 Quadratmeter großen Stausees notwendig war.

All diese fehlenden Eigenschaften wurden stattdessen in der “Piscina Mirabilis” von Baia verwirklicht, die ein paar Jahrhunderte nach unserer Zisterne in Formia gebaut wurde.

Gehen wir zurück zu dem Bogen des ersten Fotos, der eine Breite von weniger als zwei Handflächen hat. Im Inneren befindet sich ein Raum von weniger als einem Quadratmeter.

Es scheint alle Eigenschaften eines “Brunnens” zu haben, der für die Belastung durch die Hangquelle geschaffen wurde. Der schmale Raum zwischen den Bogenteilen ließ genügend Platz für die sofortige Verteilung der eingefűhrten Flüssigkeit.

Was das Verteilungssystem betrifft, so gab es vielleicht ein Hebesystem wie die “Saugpumpe des Ctesibio”, die Vitruvio in seinem Abhandlung erwähnt (Ctesibio hatte auch eine Wasserorgel sowie  Wasseruhr erfunden).

Die Entnahme erfolgte durch die Löcher des Zwischenbodens, ähnlich wie es in der “Piscina Mirabilis” der Misenobucht  praktiziert wurde. Sicherlich muss es neben der großen Lagerstätte von Castellone noch mehrere Verteilungsburgen“ gegeben haben, die eine einfachere Verwaltung der flüssigen Wassermassen ermöglichten. Die Steuerung des Abflusses von 10.000/20.000 Litern war sicherlich einfacher als die Steuerung von 7.000.000 Litern, was dem maximalen Füllstand des hydraulischen Bauwerks entspricht, von dem wir sprechen. Auf jeden Fall musste mindestens ein Ausflussloch vorhanden gewesen sein, sicherlich auf der Bodenhöhe, und zwar auf  der linken Seite der internen Mauertreppe mit  Ausgang in den darunter liegenden Carbone-Garten auf der Bahnseite, um in die heutige Via Mamurra zu münden.

Das Loch war für die Reinigungsarbeiten der Zisterne notwendig.

Ein weiteres, interessantes historisches Detail ist, dass Sextus Julius Frontinus (40-104 n. Chr.), der im Jahr 95 von Kaiser Nerva zum „Curator Aquarum“ aller Aquädukte in Rom ernannt wurde und eine Villa in Formiae hatte. Dies wird in einer seiner Schriften von Elianus Tacticus berichtet, den  Kaiser Nerva im Haus von Frontinus in Formiae traf.

Bei dieser Gelegenheit beauftragte der Kaiser Nerva Elianus Tacticus mit der Aufgabe, ein Werk militärischen Charakters ( Stratagemata ) über griechische Phalanxen zu schreiben.

Elianus Tacticus schrieb: „Ich war in der Lage, ein paar Tage in Formia mit dem Konsul Frontino zu verbringen, einem bemerkenswerten Mann von großem Ruf, für seine Qualitäten und seine Erfahrung im Krieg. “

So verließ Frontino oft Rom, um das Klima und die von „Marziale“ gerühmten Schönheiten von Formia zu genießen.

Frontino muss also sicherlich unseren  „Cisternone“ gekannt und besucht haben und seine Erfahrungen als Curator Aquarum des „Caput Mundi“ zur Verfügung gestellt haben.

Ich glaube, dass die Struktur des Cisternone nicht für die privaten Domus geschaffen wurde, die mit einem“Impluvium“ ausgestattet waren und von  zahlreichen kleineren Quellen versorgt wurden. Die Zisterne  versorgte sicherlich  die öffentlichen Bäder oder Schiffe im „Sinus Formianus“.  Auch für die Bedürfnisse, die durch die Anwesenheit eines militärischen „Castrum“ auf der „Arce“ (Erhőhung) bestimmt wurden, das zur Verteidigung und Kontrolle des Transits von Menschen auf der Appia geboren wurde.

Ich hoffe, dass eine lebhafte Debatte mit weiteren und passenderen Annahmen entstehen werden.  So könnten  dazu dienen, unser aktuelles und spärliches Wissen über dieses römische Wasserbauwerk zu erweitern, das der Prototyp für andere größere Bauwerke in späteren Jahrhunderten war.

 

Raffaele Capolino.

 

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